März 06

Budapest

Ungarn

Ankunft

Wir erreichten am 09. März abends mit unserem Billigflieger die ungarische Hauptstadt Budapest. Vom Flughafen schlugen wir uns bis zu einem Restaurant durch, in dem ein kleines Treffen von ein paar AIESEC Leuten stattfinden sollte. Als wir in den verräucherten Keller abstiegen, merkten wir schnell, dass das Treffen etwas größer ausgelegt war. So viel wie ich mitbekommen habe, ging es um Wahlen für Ämter des Vereins. Sebastian und ich verzogen uns in den hinteren Teil des Kellers, wo wir uns erst mal ein wenig stärkten und nette Bekanntschaften mit ein paar lokalen Studenten machten.

Damit das Bild nicht missverstanden wird sollte ich noch sagen, dass dies Sebastians einziger Flirtversuch zur von ihm aus linken Seite war. Er hat's noch rechtzeitig gemerkt.

Der Abend war noch ganz lustig, zog sich aber ganz schön hin. Es wurden anscheinend ziemlich viele Ämter den Abend vergeben. Wir lauschten gespannt den Wahlreden, von denen wir wegen unserer schlechten Ungarischkenntnisse kein Wort verstanden. Wir konnten jedoch nette Bräuche und Szeremonien beobachten. So mussten zwei Kanditatinnen z.B. sehr komische Sachen aus Plastikbechern löffen. Wie das geschmeckt hat sieht man hier:

Nach etlichen Reden, Präsentationen und interessanten Ritualen, machte sich der Rest der Truppe auf, noch eine große Party zu feiern, während wir krampfhaft versuchten jemanden zu finden, der uns eine Übernachtungsmöglichkeit in einem Studentenwohnheim organisieren konnte.

Den nächsten Morgen erfuhren wir, dass die Party nicht ganz so gut gelaufen war, da die Location leider schon dicht gemacht hatte.

U-Bahn

Das von uns am Meisten genutzte Fortbewegungsmittel war die U-Bahn. Auf dem folgenden Bild sieht man leider nicht ganz, wie steil die Rolltreppen waren:

Ungarische Gastfreundlichkeit

Ein Bekannter von Sebastian hatte sich angeboten uns ein wenig von der Stadt zu zeigen und mit zu einem Basketballspiel zu nehmen. Wir sagten gerne zu und verfolgten das Spiel seiner Mannschaft, wobei ich an die USA erinnert wurde, wo wir auch immer gemeinsam die Spiele unserer Schulmannschaften ansahen.
Nach dem Spiel wurden wir noch zum Essen eingeladen. Die Mutter unseres Gastgebers hat ordentlich Spezialitäten in riesigen Mengen für uns aufgetischt. Leider waren unsere Mägen nicht das viele Fett und den puren Speck gewöhnt, sodass uns schnell fast übel wurde und wir abwinken mussten. Ein Erinnerungsfoto konnten wir dennoch machen:

Da wir die Zeit auf unseren Zugtickets nach Serbien ein wenig falsch in Erinnerung hatten, wären wir beinahe in Budapest geblieben. Unser Gastgeber holte jedoch unter Misachtung aller Straßenverkehrsregeln und Außerachtlassen jeglicher Sicherheitsbedenkungen das Letzte aus seiner Rennmaschine heraus und brachte uns noch rechtzeitig zum Zug.

Die Rückkehr

Wir erreichten morgens (ca. 5:00 Uhr) sehr müde den kalten Bahnhof von Budapest. Uns war klar, dass wir um diese Zeit noch nicht unsere Kontaktperson Susi anrufen konnten, die wir beider nich kannten, die uns aber die nächsten Tage beherbergen sollte. Nach ziellosen Umherschleifen unserer riesigen Bundeswehr-Packsäcke auf der Suche nach einer offenen Kneipe fanden wir endlich ein Etablissement, das wir schon früher auf einen Cappucino beehrt hatten. Die ersten Stunden verbrachten wir dort, bis es uns zu dreist erschien, noch weiter dort zu bleiben.
Wir suchten eine Telefonzelle, fanden eine, die Münzen nahm und riefen die Nummer von Susi an. Wir erreichten sie auf dem Handy und beteten sie würde sagen: "Kommt vorbei ich hab was zu essen hier, ihr könnt duschen und euch erst mal schlafen legen."
Dem war nicht so. Sie meinte, wir sollten uns doch spät nachmittags einmal treffen. Unser Los war klar: weitere lange Stunden mit den schweren olivgrünen Säcken auf dem Rücken - wie zwei Penner - durch das kalte Budapest schleichen.
Um die Zeit herumzubekommen, kamen wir auf die Idee, in eines der berühmten Bäder Budapests zu gehen und uns dort aufzuwärmen. Nach dem Vorweisen unserer Kreditkarten ließ man uns eintreten. Das Schwimmerbecken war ziemlich klein und man durfte nur Rücken- oder Brustschwimmen auf getrennten Bahnen. Die Senioren um uns herum schienen jedoch das Schwimmbecken zu mögen.

Sightseeing

Die Tage, die wir in Budapest noch zur Verfügung hatten, nutzten wir, um die Stadt ein wenig kennenzulernen.

Anscheinend hatten wir einen guten Tag erwischt, denn in Budapest war eine Menge los. Auf der Brücke zum Burgviertel, die wir benutzten, um auf die andere Seite zu kommen, waren viele Menschen unterwegs. Rechts und links waren überall Fahnen in den Landesfarben angebracht. Vor dem Burgberg fand eine Art kleiner Jahrmarkt statt, auf dem historische Handwerke und alle möglichen anderen Sachen ausgestellt waren.

Besonders interessant waren auch Karussels, die komplett aus Hols gebaut waren und von einem Menschen per Hand angetrieben wurde.

Auf der anderen Seite machten wir übrigens die Entdeckung, dass sich Ungarn nicht wirklich um Schilder kümmern. Der mittlere Teil des Schildes ist übrigens auf deutsch:

Wer bis hier weitergelesen hat wird zum Abschluss noch mit einem Foto belohnt, auf dem wir mit ein paar durchreisenden Freunden aus Belgrad zu sehen sind. Wir haben sie am Bahnhof abgeholt, da sie auch den Zug aus Serbien nach Ungarn genommen hatten. Nach einer kleinen Stadtführung unsererseits endeten wir mit Ihnen in unserer Stammkneipe, die immer offen hat, wenn man sie braucht.