Informatikerfußball - InfoCup 2009

Seit ein paar Jahren wird an der RWTH regelmäßig ein Fußballturnier für alle Lehrstühle der Informatik veranstaltet. Die Durchführung und Organisation wird jeweils von dem Gewinner des Vorjahres übernommen. Da unser Lehrstuhl in seiner Altbesetzung von vor einem Jahr den InfoCup 2008 gewonnen hatte, war es an einigen aus unseren Reihen, die Veranstaktung in diesem Jahr zu organisiseren.
Bei uns am Lehrstuhl gibt es maßgeblich die beiden Mitarbeiter Ibo und Cem, die eine besondere Passion für Fußball besitzen. Ich glaube Ibo war vor fünf Jahren auch einer der Gründungsväter des mittlerweile so erfolgreichen Turniers.

Wie man sieht, sitze ich im ersten Foto noch ruhig auf der Tribüne und schaue dem bunten Treiben auf dem Platz zu. Der aufmerksame Betrachter wird allerdings auch merken, dass ich komisch gekleidet bin. An sich ist das bei mir keine Besonderheit, aber normalerweise fällt dieser Umstand dadurch auf, dass die Leute um mich herum Anzüge tragen und ich diesen Dresscode verletze (bisher ist dies jedenfalls bei meiner Diplomzeugnisübergabe und zuletzt bei der Emeritierungsfeier von Prof. Nagl so gewesen). Dieses Mal fällt aber auf, dass ich einen Dresscode einhalte! Ich trage ein Trikot unserer Mannschaft.

Zu dieser Ehre kam es folgendermaßen: Zwei Tage zuvor wurde bekannt, dass unser Torwart auf die Abiturfeier seines Bruders musste. Damit hatte unsere Mannschaft zu wenig Spieler, um am Turnier teilzunehmen. Auf dem Weg zur Mensa wurde mir gesagt, dass ich sicherheitshalber auch zum Spiel kommen sollte. Ich nahm an, dass ich eigentlich gar nicht nötig sei und allerhöchstens mal auf der Bank zu sitzen hätte.

Pustekuchen. Wie man sieht wurde ich nach einem kurzen Briefing direkt aufs Feld geschickt. Ich erfuhr, dass ohne mich nicht mal die Anzahl der Feldspieler erreicht werden würde. Das hatte ich nun von meinem zögerlichen Verhalten. Ich war mitten drin im Turnier. Mein letztes Mal Ballkontakt war glaube ich in der sechsten Klasse. Damals wurde festgestellt, dass ich kein Fußballspieler sei und dabei hatte ich es bisher auch belassen.

Die Spiele dauerten jeweils 10 Minuten und ich hatte mindestens die Vorrunde mit fünf Spielen zu überleben. Oben sieht man mich nach dem ersten Spiel auf der Bank hängen. Fast während der ganzen Zeit gingen wilde SMS-Atacken auf den Torwart ein, er möge doch bitte noch kommen.

Nach jedem Spiel notierten wir die Ergebnisse, um unsere Chancen zu errechnen, ins Halbfinale zu kommen. Neben mir standen natürlich auch noch andere auf dem Platz, die tatsächlich auch gar nicht so übel spielen konnten.

Gar nicht so übel sah es auch am kalten Buffet aus. Die Spieler und Zuschauer wurden während des ganzen Turniers mit Würstchen, Gebäck und anderen Leckereien verpflegt. Die meiste Arbeit haben dabei Azime und Ebru getan.

Die Spieler unseres Lehrstuhls waren schon gegen 9:00 Uhr an der Halle und haben mit anderen zusammen bei den Vorbereitungen geholfen. Mir kam dabei die kritische Aufgabe zu teil, den Kaffee zu kochen. Das kritische war dabei die Zeit. Man kann sich einfach vorstellen, was passiert, wenn man einen Haufen Halbstudenten am Sonntagmorgen in die Sporthalle bestellt. Der erste Gang ist zur Kaffeemaschine. Die hätte man alledings schon mal vorher starten sollten. Ich habe den Tank für ca. 90 Tassen voll gemacht und dann ein Kilo Kaffeepulver hinterhergeschüttet. Es hat zwar lange gedauert, bis der Kaffee soweit war, aber am Ende hat er richtig reingehauen.

Mit von der Partie (wenn auch nur neben dem Spielfeld) war Prof. Nagl, der ehemalige Inhaber unseres Lehrstuhls, der zum 26.06.2009 emeritiert wurde. Er war seit dem ersten Spiel dabei und hat die ganze Zeit mitgefiebert. Als wir weiterkamen und absehbar war, dass die Gegner stärker wurden, war Prof. Nagl auch ein sehr engagiertes Mitglied unserer Strategiebesprechungen. Wie gut er selber Fußball spielen kann und wie viel er von Taktik versteht, kann ich nicht sagen, aber das ist ja das Gute, was die Professoren ausmacht.

Einige der Professoren haben sogar mit ihrer Mannschaft auf dem Feld gestanden. Ich glaube bei den aufgetretenen Fouls war jedoch keins gegen einen Professor. Aus dem Weg gegangen ist ihnen aber auch niemand.

Wir sind entgegen meinen Erwartungen doch ziemlich weit gekommen. Am Ende mussten wir sogar ein Sieben-Meter-Schießen veranstalten, als es darum ging, ob wir ins Finale kämen. Ein Glück musste ich selbst nicht als Schütze teilnehmen. Während des Spiels habe ich sowieso die ganze Zeit nur in der Verteidigung gespielt und musste allenfalls einmal den Ball an unseren Sturm weiterleiten.

Unsere Spieler haben natürlich ihr Bestes gegeben, was aber leider nicht gegen unsere Gegner ausgereicht hat. Somit hatten wir immer noch die Chance um Platz 3 zu spielen. Dieses Spiel hat sich auch nach einer kurzen Pause gleich angeschlossen und wir mussten wieder alles geben. Dieses Mal 12 anstelle von 10 Minuten. Eine Dauer von 10 Minuten hört sich erst mal ziemlich kurz an, auf dem begrenzten Raum der Halle und bei einer entsprechenden Spielgeschwindigkeit kommt man aber dennoch ganz schön ins Schwitzen.

Am Ende haben wir es noch geschafft und uns den dritten Platz erkämpft. Dies lag aber auch nicht zuletzt an unserer starken Fangemeinde. Thomas und Theresa haben durch das Aufeinanderschlagen von Flaschen ordentlich Stimmung gemacht und auch Galina war trotz fehlender Flaschen erfinderisch und hat kurzerhand die Hände benutzt.

Das alles so reibungslos verlief haben wir natürlich den Organisatoren der Veranstaltung zu verdanken und ihrer starken Unterstützung, die bei allen Aufgaben geholfen hat. Alleine am Vortag des InfoCup waren Ibo, Ebru, Azime und Cem von morgens bis abends unterwegs, um alle notwendigen Einkäufe zu erledigen.

Am Ende zählt nur, dass wir es als Team noch aufs Treppchen geschafft haben. Was man auf dem Sieger-Bild unten nicht sehen kann ist, dass ich noch zwei Tage später überall am Körper (besonders Rücken und Beine) mit Muskelkater zu kämpfen hatte. Ingo hatte es noch ein bisschen härter erwischt und er konnte die nächsten Tage wegen eines angeknachsten Zehs nur noch durchs Büro humpeln.

Nächstes Jahr wieder!

 
 
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