Süd-Frankreich - Herbst 2008

Eigentlich wollten wir im Oktober 2008 eine erneute Expedition in China unternehmen. Die Vorbereitungen liefen schon seit langem und wir hatten sogar die Tickets für den Flug gebucht. Leider kam es jedoch nicht zum Abheben. Ein paar Monate vor Beginn erfuhren wir, dass unser Zielgebiet in China nicht mehr zugänglich sei. Es wurde von der Regierung wegen Arbeiten an der Infrastruktur gesperrt und so mussten wir uns nach einem anderen Ziel umsehen. In der kurzen Zeit ließ sich kein passenden Ersatz-Expeditionsziel ausmachen und so beschlossen wir, wenigstens für drei Wochen nach Süd-Frankreich zum Klettern zu fahren.

Erster Teil

Der erste Teil unseres Urlaubs führte uns nach Presles.

Dort gibt es fast 300 Meter hohe Wände, an denen wir die ein oder andere Route geklettert sind. Wir waren in der ersten Woche noch eine 3er-Seilschaft mit Jens, der im folgenden Bild hinter Chuck am Doppelseil zu sehen ist.

Wie gesagt, sind die Wände in Presles etwas größer, was man an dem Bild unten sehen kann. Die Routen sind alle sehr steil und somit ist die Kletterei ziemlich luftig.

Man seilt die Wände auch nicht immer am Ende wieder ab, sondern steigt oft oben aus. Meistens beginnt man auch von oben und seilt sich erst zum Wandfuß ab, bevor man überhaupt anfängt zu klettern.

Insgesamt war der erste Teil des Urlaubs der abenteuerlichere.

Die Kletterei verlangte durch die Länge und Schwere der Routen viel Kondition und die Zustiege waren auch nicht immer einfach zu finden. Teilweise gab es Abseilmanöver, die durch die Vegetation ziemlich erschwert wurden.

Als echten Alpinisten machten uns solche Sachen natürlich nicht aus. Auch dass es manchmal ganz schön spät wurde, bis wir am Ausstieg waren, steckten wir locker weg.

Als wir zum zweiten Mal in die Dunkelheit gerieten, hatten wir immerhin eine Stirnlampe dabei, um den Abstieg zu finden.

Jens

Chuck

Warten auf Jens, der das Auto holt :-).

Ruhetage

Man kann auch nicht jeden Tag klettern gehen und so haben wir uns die Ruhe gegönnt auch einmal eine Wanderungen auf den höchsten Berg der Region zu machen.


Gabi und Ulrich

Auf unserer Wanderung haben wir ein bisschen Bekanntschaft mit der lokalen Tierwelt machen können. Leider wollten die scheuen Bergziegen Chuck nicht aus der Hand fressen, oder sich streicheln lassen.

Auf dem Gipfel war es ziemlich kühl und windig und die Sicht ins Tal wurde von einigen dichten Wolken teilweise genommen.

Auf einer zweiten Wanderung, die wir später einschoben, waren die Temperaturen dann doch etwas angenehmer. Wir sind zwar auch durch eine stockfinstere Höhle gelaufen, aber die Sonne war den ganzen Tag über ziemlich kräftig.

Es war so warm, dass man sogar kein T-Shirt brauchte. Und das im Oktober, nachdem die Uhren schon auf Winterzeit (!) umgestellt waren.

Markt

Frankreich ist immer noch bekannt für gutes Essen und am frischesten bekommt man es auf dem Markt. Die Märkte in Frankreich sind sowieso immer etwas besonderes.

Anscheinend kaufen die Franzosen mehr auf dem Markt ein, als wir in Deutschland. Dort sieht man noch den Bauern oder Schlachter, der seine Ware selbst angebaut bzw. umgebracht und zerlegt hat.

Natürlich ist die Auswahl ziemlich groß und man findet einige Sachen, die bei uns so nicht angeboten werden.

Wenn man nicht so gut Französisch spricht, ist es zwar etwas schwieriger, aber man bekommt am Ende doch die Sachen, die man haben möchte, wenn man sie bezahlen kann :-).

Zweiter Teil

Den zweiten Teil des Urlaubs verbrachten wir in den Gebieten Russan und Seynes.

Das Gebiet Russan liegt etwas unterhalb einer Hochebene und ist deshalb sehr gut vor Wind geschützt.

Außerdem gibt es dort eine sehr spektakuläre Abseiltour durch die Höhle, die man in den ersten drei Bildern sieht.

Hier seilt sich Chuck gerade frei hängend auf den Boden der Höhle ab.

Die beiden Gebiete haben vorwiegend Routen, die nicht mehr als eine Seillänge lang sind. Deshalb ist immer einer geklettert und der andere hat gesichert.

Hier kann man noch mal den Kessel von Russan sehen, der anscheinend auch bei Gottesanbeterinnen beliebt ist.

In Seynes gibt es auch die ein oder andere Route, die einen ganz schön beeindrucken kann. Hier betrachte ich gerade eine sehr interessante 6b+, bei der man an lauter Sinterköpfen eine sehr steile Wand erklettert.

In diesem Urlaub konnten wir übrigens zum ersten Mal in Frankreich eine 6c+ rotpunkt begehen. Mal sehen, ob uns 2009 eine Steigerung gelingen wird.

 
 
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